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Archäozoologie

Archäozoologie

Die Archäozoologie untersucht Überreste von Tieren, die bei archäologischen Ausgrabungen in Siedlungen, Heiligtümern, Opferplätzen, Gräbern u.ä. geborgen werden. Bei den Funden handelt es sich vorrangig um Knochen, Zähne und Geweihe sowie Schalen von Schnecken und Muscheln. Der wichtigste Schritt der zoologischen Bearbeitung ist die tierartliche Zuordnung der Funde. Diese geschieht mit Hilfe spezieller Vergleichssammlungen von Skeletten heute lebender Wild- und Haustiere bzw. Schalensammlungen. Neben der Tierart lassen sich an den geborgenen Resten je nach Tiergruppe und Erhaltungszustand noch andere Merkmale bestimmen, so u.a. das individuelle Alter des Tieres, der Zeitraum seines Todes, das Geschlecht des Tieres, seine Größe sowie mögliche krankhafte Veränderungen. Entsprechend dem archäologischen Befund können die gewonnenen Daten zur Rekonstruktion ganz unterschiedlicher Aspekte menschlichen Lebens früherer Zeiten wie z.B. Ernährung, Rohstoffnutzung, Handel und Kultpraxis herangezogen werden.

(Norbert Benecke)