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Indikatortest nach Oddy

Indikatortest nach Oddy

Der Indikatortest nach Oddy stellt ein beschleunigtes Testverfahren zur Detektion von Schadstoffen in Museen und Sammlungen dar. In den 1970er Jahren durch Andrew W. Oddy am British Museum entwickelt, beruht der Test auf einer erhöhten graduellen Korrosionsanfälligkeit dreier Indikatormetalle (Ag, Cu, Pb).

Die Metallindikatoren werden gemeinsam mit einer Materialprobe und destilliertem Wasser in einen gläsernen Reaktionsbehälter eingebracht, der mit einem Silikonstopfen verschlossen, bei 60º C und über einen Zeitraum von 28 Tagen in einen Wärmeschrank eingestellt wird.

Liegen nach diesem Zeitraum Reaktionen an den Metallen vor, werden diese visuell-vergleichend zu einer Referenzprobe ausgewertet und nach einem dreistufigen Bewertungssystem kategorisiert (Ampel). Hierbei erhalten unkorrodierte Metallindikatoren eine grüne Bewertung, so dass das Probematerial als geeignet für den Ausstellungs- und Lagerbereich von Museen eingestuft werden kann. Treten hingegen Veränderungen an den Indikatoren, wie oxidative Verfärbungen oder aufliegende, pulverige Korrosionserscheinungen auf, wird das Probematerial mit gelb bewertet und für den temporären Einsatz von bis zu sechs Monaten oder aber bei starken, verhärteten Korrosionserscheinungen mit rot und als nicht geeignet eingestuft.

(Hochschule für Technik und Wirtschaft)