Asset Publisher
Back

IR-Reflektographie

IR-Reflektographie

Generell wird die Infrarotreflektographie dazu genutzt, Unterzeichnungen in Gemälden sichtbar zu machen. Das Verfahren wurde von Asperen de Boer in den 1960er Jahren etabliert und basiert auf der Tatsache, dass bestimmte Materialien (z.B. Pigmente, Farbstoffe) im spektralen Bereich zwischen 0,8 und 2 µm (nahes Infrarot) praktisch keine IR-Strahlung absorbieren und “transparent” werden. Unterzeichnungsmaterialien, die elementaren Kohlenstoff enthalten, absorbieren IR-Strahlung und können so mit geeigneten IR-Kameras sichtbar gemacht werden.

(Oliver Hahn)

Das HZB betreibt das Infrarotstrahlrohr IRIS mit mehreren Spektrometern und Mikroskopen. Generell stehen alle etablierten infraroten Spektroskopie- und Mikroskopie-Verfahren zur chemischen Analyse in Transmissions-, Reflektions- und ATR-Geometrie zur Verfügung. Durch die Verwendung von infraroter Synchrotronstrahlung kann die Probengröße bzw. die räumliche Auflösung beim chemischen Imaging bis zum Limit der Beugung verbessert werden. Das entspricht etwa 5 µm im mittleren infraroten Wellenlängenbereich (finger print region). Durch eine spezielle Betriebsart der Speicherrings (low-alpha mode) sind weiterhin Messungen im fernen Infrarot/THz-Bereich bis zu einer Wellenlänge von 5 mm möglich.

(Andrea Denker, Nikolay Kardjilow, Ulrich Schade)