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Rathgen-Forschungslabor

Staatliche Museen zu Berlin - Rathgen-Forschungslabor

Contact

Dr. habil. Ina Reiche
rf@smb.spk-berlin.de
P: +49 (0)30 266427100
Staatliche Museen zu Berlin
Rathgen-Forschungslabor
Schloßstraße 1a
14059 Berlin

Die vier Schwerpunktthemen der Tätigkeit des Labors sind:

  1. präventive Konservierung
  2. kunsttechnologische Untersuchungen der Objekte
  3. naturwissenschaftliche Analysen für die Konservierungswissenschaft
  4. naturwissenschaftliche Forschung an archäologischem Kulturgut und auf archäologischen Stätten

Dem Labor stehen folgende Untersuchungsmethoden zur Verfügung:

Analytische Labormethoden

  • Atomabsorptionsspektroskopie (AAS)
  • Fourier-Transform-Infrarot-Spektroskopie (FT-IR)
  • Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS)
  • Multispektralfotografie (VIS, UV-Reflektion, UV-Fluoreszenz, IR, Falschfarbenmontage)
  • Qualitative und quantitative Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA)
  • Ramanspektroskopie
  • Röntgenfeinstrukturanalyse / Röntgendiffraktometrie (XRD)
  • Hochleistungsflüssigkeitschromatografie (HPLC)
  • Ionenchromatografie (IC)

Mikroskopische Methoden

  • Digitale Mikroskopie
  • Lichtmikroskopie (Binokular, Polarisation, UV, Vis)
  • Rasterelektronenmikroskopie mit energie-dispersiver Röntgenmikroanalyse (ESEM/EDX)
  • Konfokale Weißlichtmikroskopie zur topographischen Messung (µ-surf)

Konservierungswissenschaftliche Methoden:

  • Beurteilung von Lichtquellen nach konservierungswissenschaftlichen Parametern (Lichtschädigungspotential)
  • Oddy-Test zur Materialverträglichkeit
  • Messungen der Luftbelastung durch Passiv Diffusionssammler (Essig- und Ameisensäure, Formiat) Auswertung durch Ionenchromatografie
  • Messungen der Luftaustauchrate von Vitrinen
  • Monitoring zu klimatischen Bedingungen mittels Datenlogger (Temperatur, Feuchte, Licht, Ozon etc.)
  • Prüfung der Lichtbeständigkeit mit einem Mikro-Fading Tester (MFT)
  • Integrated Pest Management (IPM, Schädlingsmanagement) zum Schutz vor Schädlingsbefall in Sammlungen: Monitoring, Schädlingsbestimmung, Gutachtenerstellung zu einem Befall mit Fotodokumentation
  • Ultraschallgeschwindigkeitsmessung

Sonstige Leistungen:

  • Probeneinbettung und Anschliff
  • Sieblinie und Mindermittel/Zuschlag (B/Z)-Verhältnis (Mörtelanalyse)

Rathgen-Forschungslabor

Das Rathgen-Forschungslabor gilt als ältestes Museumslabor der Welt. Es ist nach dem Chemiker Friedrich Rathgen benannt, der sich mit der Konservierung und Analyse von musealen Objekten befasste. Er wurde im Jahre 1888 der erste Direktor der als Chemisches Labor der Königlichen Museen zu Berlin gegründeten Institution.

Als naturwissenschaftliche Einrichtung der Staatlichen Museen zu Berlin berät das Rathgen-Forschungslabor nicht nur dessen Sammlungen, sondern darüber hinaus die der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und weltweit Institutionen zu konservierungswissenschaftlichen, kunsttechnologischen und archäometrischen Problemen. Materialübergreifend untersucht es Museumsobjekte auf Materialeigenschaften, Herkunft, Herstellungsverfahren sowie Alter und bearbeitet naturwissenschaftliche Fragestellungen zur Methodenentwicklung im Bereich der Kunst- und Kulturgutanalytik, zur präventiven Konservierung, zur Denkmalpflege und zur Erhaltung archäologischer Stätten.

Es bearbeitet sowohl Auftragsarbeiten als auch nationale und internationale Forschungsprojekte.

 

Um die zahlreichen und vielfältigen Aufgaben zu meistern, ist das Rathgen-Forschungslabor in nationale und internationale Infrastrukturen eingebunden und hat gezielte Kooperationsvereinbarungen getroffen. Zu nennen wäre insbesondere das ArchäometrieNetzwerk des Berliner Antike-Kollegs, die Forschungsallianz Kulturerbe mit den Leibnitz- und Fraunhofer-Gesellschaften und das europäische Netzwerk zur Kulturerbeforschung IPERION-CH.

Rahmenkooperationsverträge bestehen des Weiteren mit der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung Berlin und mit dem Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energien Berlin.

Kontinuierlich wird einmal im Jahr die Zeitschrift „Berliner Beiträge zur Archäometrie, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft“ mit neuen Forschungsergebnissen in deutscher oder englischer Sprache herausgegeben und ist öffentlich online zugänglich.

Forschungsprojekte

  • ANOXIA: Untersuchungen zur Wirksamkeit kontrollierten Sauerstoffentzugs als Behandlung gegen Insektenbefall an Museumsobjekten
  • Coral trade: Untersuchung eisenzeitlicher Objekte mit Koralleneinlagen zur Herkunftsbestimmung und zum Verständnis der Alterungsphänomene
  • Giselaschmuck: Nicht-invasive Analysen des Goldes und der Edelsteine des sogenannten „Giselaschmucks“ (Mainz/Wiesbaden, Ende des 10. Jh.) aus dem Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin mittels Synchrotron-RFA und tragbarer Ramanspektroskopie
  • IPERION-CH: Eine integrierte Plattform für die Europäische Kulturerbe-Forschung
  • IPM: Integrated Pest Management zum Schutz vor Schädlingsbefall in den Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
  • ISIMAT: Inkarnat und Signifikanz - Das menschliche Abbild in der Tafelmalerei von 200 bis 1250 im Mittelmeerraum. Untersuchungen der Materialien und Techniken an Objekten der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin

Kooperationsprojekte

  • Kulturgüter mit Computertomographie (CT) durchleuchtet
  • Hochenergie „PIGE“: Zerstörungsfreie Untersuchungen an Silbermünzen
  • Torso aus Uruk: Neutronen-Computertomographie (CT) an behandelter Holzkohle zur Optimierung der Konsolidierungsverfahren von brandgeschädigten Holzobjekten