Asset Publisher
Back

Röntgenabsorptionsspektroskopie

Röntgenabsorptionsspektroskopie

Röntgenstrahlen sind dank ihrer hohen Energie in der Lage, kernnahe Elektronen aus dem Atom zu lösen. Wenn dieRöntgen-induzierte Elektronenemission (Photoionisation) stattfindet, steigt die Absorption in starkem Maße an und bildet eine Röntgenabsorptionskante. In einem Absorptionsspektrum wird die Absorption um die Kante herum gemessen, indem man die einfallende Röntgenenergie variiert. Da das emittierte Elektron von den Nachbaratomen des eigenen Kerns gestreut wird, weist das Absorptionsspektrum bestimmte Strukturen auf, die charakteristisch für die molekulare Umgebung des Atoms sind, welches das Röntgenlicht absorbiert hat.Das Absorptionsspektrum um die Kante von -5 bis +50 eV heißt XANES (X-ray Absorption Near-Edge Structure) und der höhere Energiebereich von +50bis +1000 eV EXAFS (Extended X-rayAbsorption Fine Structure). Im Allgemeinenunterrichtet uns der EXAFS-Bereich über die Entfernung und die Art der Nachbarn des Absorberatoms, während der XANES-Bereich Auskünfte über die elektronische Struktur des Absorberatoms und über die Symmetrie seiner Koordinationssphäre gibt. Die Röntgenabsorptionsspektroskopie hat gegenüber der Röntgenbeugung den Vorteil, keine kristalline Probe zu erfordern.Auch Verunreinigungen, Moleküle, wenigkristallisierte Materialen und Gläser können mit ihr untersucht werden.

(Martin Radtke)